Konstanze John

 

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"Mehr als 1000 Schüler" - Arnold Schönberg, ein Lehrer aus Leidenschaft

Konstanze John, Klavier, und Nicole Dantrimont, Moderation, interpretieren Werke von Schönberg und Schülern in Musik und Wort

Arnold Schönberg

Drei Klavierstücke (1894, o.op.)

Egon Wellesz

Eklogen op.11

Johannes Brahms:

Intermezzo Nr.6: Andante
aus Klavierstücke op.118

Hanns Eisler:

Sonate für Klavier zu zwei Händen op.1

Johannes Brahms:

Intermezzo Nr.4: Allegretto
aus Klavierstücke op.118

Alban Berg:

Zwölf Variationen über ein eigenes Thema (1908)

 

PAUSE

Alban Berg:

Sonate für Klavier op.1

Anton Webern:

Variationen für Klavier op.27

Johannes Brahms:

Intermezzo Nr.2: Andante
aus Klavierstücke op.118

Viktor Ullmann:

Sonate für Klavier Nr.2 op.19

Johannes Brahms:

Intermezzo Nr.1: Allegro non assai
aus Klavierstücke op.118

Arnold Schönberg:

Sechs kleine Klavierstücke op.19

"In den fünfzig Jahren meiner Lehrtätigkeit habe ich sicherlich mehr als tausend Schüler unterrichtet. Obwohl ich dazu gezwungen war, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen, muss ich bekennen, dass ich Lehrer aus Leidenschaft war, und die Befriedigung, Anfängern soviel wie möglich von meinem Wissen zu vermitteln, war vermutlich ein größerer Lohn, als das eigentliche Unterrichtsgeld, das ich erhielt. Ein Lehrer kann einem Schüler nicht dazu verhelfen, viele und schöne Themen zu erfinden, auch vermag er nicht Ausdruckskraft oder Tiefe zu bewirken. Statt dessen kann er strukturelle Korrektheit und das für den Zusammenhang erforderliche lehren. Ein wahrer Lehrer muss seinen Schülern ein Vorbild sein; er muss die Fähigkeit besitzen, das, was er von einem Schüler einmal verlangt, selbst mehrmals zu vollbringen."
(Arnold Schönberg, "Aufgabe des Lehrers", 1950)

Es finden sich viele Namen in der umfangreichen Liste von Schülern des Arnold Schönberg - Namen beiderlei Geschlechts, heute noch bekannte und längst vergessene. Nicht nur Alban Berg und Anton Webern gingen bei Schönberg in die Lehre; auch der Schöpfer der legendären DDR-Hymne, Hanns Eisler, oder der österreichische Komponist, Musikwissenschaftler und Byzantinist, Egon Wellesz, durchliefen seine "Schule". Doch nahezu alle zeigten sich gleichsam fasziniert und bewunderten ihren Lehrmeister, der nie als solcher auftrat sondern immer als zwar Lehrender aber auch als Verstehender. Ein Lehrer, der auf seine Schüler eingeht, wird von ihnen dann auch eher akzeptiert, bewundert, vielleicht sogar geliebt im weitesten Sinne. So schreibt Anton Webern in einer Festschrift von 1924: "Zwanzig Jahre ist es gerade her, dass ich Schüler Arnold Schönbergs geworden bin. Aber, wie sehr ich mich auch bemühe, ich kann den Unterschied zwischen damals und jetzt nicht fassen. Freund und Schüler: immer war der eine der andere."
Ein Abend mit Arnold Schönberg und Schülern, das heißt mehr als nur Zwölftonmusik. Sie wird an diesem Abend unterbrochen werden von Reminiszenzen zum Schüler Schönberg, zum Komponisten Schönberg auf der Suche nach einer eigenen Tonsprache und von Schönberg-Schülern, die ihrerseits ihren eigenen Weg gingen.
Doch alles in allem wird aufgezeigt, dass sich hinter dem Namen Schönberg eben mehr verbirgt als stupide mathematische Musik, nämlich ein wahres Genie, wie es auch der Schönberg-Schüler Hanns Jelinek erkannte: "Einen neuen Weg nicht nur zu ahnen, sondern auch aufzufinden, ihn nicht nur selbst zu gehen, sondern ihn auch anderen gangbar zu bereiten - das konnte nur die Leistung eines überragenden Genies sein, eines Mannes, der gleichermaßen bedeutend als Schöpfer wie als Theoretiker, zum Lehrmeister kommender Geschlechter werden musste. Dieser Genius erstand der Musik in Arnold Schoenberg."

Nicole Dantrimont

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Pianistin

 

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